Quer durch Paraguay -19.4.18

 

Von Asuncion fahren wir nach La Colmena, fast in der Mitte des Landes und besuchen nochmals die französische Familie im Camping Tranquilo. Hier wurde in den letzten 8 Monaten sehr viel gearbeitet, denn es entstanden ein Bungalow, ein Restaurant mit grossem Pizzaofen sowie ein Swimmingpool. Auch ihre deutschen Nachbarn haben sehr viel gearbeitet und mit eigenen Händen ein rundes Haus gebaut. Spannend, was die Auswanderer so alles leisten. Wir geniessen diesen Ort um die Seele baumeln zu lassen und nichts zu tun, ausser, im Röno den Teppichboden zu entfernen und einen Novilon einzulegen, den wir von Sigo vom Pummel bekommen haben. Da noch Gäste aus Spanien anwesend waren, nutzten wir die Gelegenheit um unsere Spanischkenntnisse anzuwenden und wacker zu üben.
Weiter fahren wir durch die grüne und kultivierte Landschaft und fühlen uns wie in Europa. Wälder, Wiesen, Hügel, Felder mit Mais, Soja oder Tee, sowie schöne gepflegte Häuser und Gärten. Über Villarrica geht’s nach Independencia zu Renate und Bruno vom Pepamobil, die wir letztes Jahr kennengelernt haben und die jetzt hier ansässig werden. Wir geniessen ein paar Tage die tolle Gastfreundschaft und bestaunen die Neubauten, das Haus, Gästehaus, Garagenplatz und separates Bad für die Overlander. Das Areal gleicht einem Park mit vielen neuen Pflanzen, einem Stück Wald mit Spazierweg sowie einem Swimmingpool. Ganz schön viel Arbeit wurde auch hier geleistet. Toll.
Die nächsten Schweizer besuchen wir im Parque Reserva San Rafael, mit dem Verein ProCosara. Hier wird seit vielen Jahren gute Arbeit geleistet, um das letzte Stück paraguayanischen Urwald zu schützen. 100ha werden im Bauernbetrieb kultiviert und es wird vor allem Biosoja angebaut und 100ha wurde ursprünglich belassen und wird hoffentlich doch noch als Nationalpark eingestuft. Wir erleben eine tolle Gastfreundschaft von der Berner Familie.
Den Schweizer Käse kaufen wir direkt in der Fabrik Cremo und steuern danach den traumhaften Stellplatz Parque Ito an. Hier waren wir auch schon mal letztes Jahr im Juli und geniessen es jetzt noch mehr, da die Temperaturen sommerlich sind und das Wasser zum Baden einlädt. So sind wir einmal quer durch Paraguay gefahren mit dem Ziel, nächste Woche nochmals einen Besuch in Maringa, Brasilien, zu machen. Wir sind ja soo nah, nur noch etwa 500km!!

San Pedro de Atacama – Salta – Asuncion bis 08.04.18

 

San Pedro ist ein absolutes Touristendorf mit dutzenden von Touranbietern, Restaurants und Souveniergeschäften. Heiss, trocken und staubig, da nur die Umfahrungsstrasse geteert ist, sonst sind alles Erdstrassen. Die Umgebung jedoch ist traumhaft, z.B das Valle de Luna mit den imposanten Steinformationen und das Leuchten der Felsen beim Sonnenuntergang, die Geysiere von El Tatio mit seinen Dampfwolken und dem sprudelnden Wasser am frühen Morgen, dem warmen Bad und der einsamen sternenklaren Nacht auf 4300m.
Gemütlich nehmen wir den nächsten Streckenabschnitt unter die Räder, zurück nach Argentinien. In der Ferne sieht man den Strassenverlauf, eine Linie geradeaus und den nächsten Berg hoch, mit einer steten Steigung auf ca. 4700müM, mit traumhaften Lagunen und einer enormen Weitsicht, zum Paso Jama. Röno stampft den Berg hinauf bis er schliesslich mit einem lauten Blubb-Geräusch und anschliessendem Leistungsverlust aufstöhnt. Was war das? Ein kurzer Blick des Experten in den Motorraum, aha der Turboschlauch ist abgefallen, denn die Bride dort fehlt gänzlich. Die Ersatzbride ist rasch gefunden und das Problem in kurzer Zeit gelöst, so dass es weitergehen kann. Huch nochmal gut gegangen und kein Schaden entstanden! Über den Pass und bis nach Susques, von dort auf der alten Ruta 40 zurück nach San Antonio del Cobre. Eine gut zu fahrende Strecke, wurde uns mitgeteilt, als wir an der Kreuzung nachfragten. Dies war auch so bis etwa 6 km vor dem Viadukt, dort begann die Herausforderung. Schmal, steinig, teils steil runter, Bachbett, geholper pur. Trotzdem war es diese Strecke wert zu fahren. Fast jeder Kilometer zeigte uns eine andere abwechslungsreiche Landschaft. Unser nächstes Ziel ist Salta, wieder eine Stadt um den Einkauf zu erledigen und Ersatzteile für Röno zu kaufen. Auf dem Camping widmet sich Köbi dann unserem armen Röno und ich der schmutzigen Wäsche. Spannend, Salta Treffpunkt der Overlander! Es befinden sich an einem Tag 5 Schweizer-fahrzeuge am Ort und zufällig stehen wir neben einem Fahrzeug mit ZG Kennzeichen und die Besitzer wohnen in Baar! Klar, dass viel getratscht und Erlebnisse ausgetauscht wurden. Uns lockt der Ort Tilcara, dort findet in der Karwoche eine Prozession statt. So fahren wir wieder nördlich und befinden uns bald wieder mitten in den farbenprächtigen Bergen (7-Colores), wieder ein traumhafter Anblick. Wir können uns fast nicht satt sehen. Der kleine Ort Tilcara wird in der Karwoche überschwemmt von argentinischen Besuchern, die alle zur Prozession kommen und die Jungfrau Maria durchs Dorf tragen. Viele Gruppen ziehen mit Pauken und Panflöten durch die Strassen und machen sehr laute, für unsere Ohren ungewohnte Musik. Wir haben nach einem Tag genug und besuchen noch die Orte Humahuaca und Purmamarca, beides sehr auf den Tourismus eingestellte Dörfer und vielen Bussen, die die Besucher nur so ausspuckten. Bald sind wir wieder zurück in Salta und verbringen die Ostertage auf dem Camping in netter Gesellschaft von Hilu und Sigo (www.bummelmitpummel.de). Da wir schon sehr viel von den Beiden gelesen haben, hatten wir auch viel Gesprächsstoff, so dass die Zeit wie im Fluge verging. An Ostern schenkte uns Hilu sogar noch selbstbemalte Eier, damit wir tütschen konnten.
Die Strasse nach Paraguay führt uns auf der Ruta 81 durch das Feuchtgebiet des argentinischen Chaco. Es sind schon einige km, d.h. etwas über 1000km, bis wir dann in Asuncion ankommen. Zwischenhalte gab es im N.P. Picomayo und bei der Laguna Blanca. Nebst vielen Vögeln, Schmetterlingen und Kaimanen, sahen wir auch das grosse haarlose Gürteltier, sogar direkt zu unseren Füssen. Wir entschliessen uns mit der Fähre nach Asuncion zu übersetzen, was in diesen Ländern auch immer wieder ein Erlebnis ist. Besonders wenn die Anlegestelle nur ein grosser Dreckhaufen ist. In der Grossstadt stellen wir uns auf den überwachten Parkplatz des Hotels Westfalia, geniessen die deutsche Küche und kühlen uns im Swimmingpool ab. Herrlich, wir fühlen uns wie Hotelgäste.


Osterspezial – Missgeschicke

Es kann ja ab und zu vorkommen, dass unsere Küche etwas durchgeschüttelt wird. Die nicht asphaltierten Strassen weisen manchmal eine Wellblechstruktur auf, teils 20cm hoch mit 30-50cm Abstand. Oder es hat Löcher in der Strasse, dass es Röno regelrecht verwindet.
Also ich öffne das obere Kästli und mir fliegt das Tuppergeschirr mit dem Salz entgegen, fällt zu Boden, natürlich löst sich der Deckel und die weisse Pracht liegt verstreut auf dem Teppich. Ärgerlich! Dank dem erstandenen 12Volt Staubsauger ist alles schnell aufgewischt.

Ein paar Monate später will ich die Müeslischalen für den Zmorge runternehmen. Kästli auf und….. es rieseln sicher 300g Hörnli über die Küche zu Boden, überall verstreut! Das Kaffeewasser siedet, muss aber warten, denn ich kann keinen Schritt machen, ohne die Hörnli zu zertramplen. Es heisst, zuerst aufwischen, einsammeln und entsorgen! Fazit daraus: der Salzstreuer bekam einen sicheren Platz in einer der Kisten, die Hörnli gehören nicht ins Tupper für die Spaghetti und vor allem nicht liegend im Kästli, sondern stehend in der Kiste!

Auch der Kühlschrank hält ab und zu Überraschungen für uns bereit. Der Deckel des Plastikbehälters, der die restlichen Spargeln aufbewahrt, löst sich durch die Fahrt und der Saft verteilt sich im Kühlschrank und fliesst über das untere Kästli zu Boden. Die Deckel der Gurkengläser haben ganz kurze Gewinde und können auch mal undicht sein, dann ist die Sauerei perfekt und der Geruch ist auch nicht ohne!

Oder die Zollbeamten öffnen unsere Kleiderkasten und einige Kleider fallen ihnen direkt in die Arme! Uups... habe ich nicht sorgfältig eingeräumt. Dies wird jedoch mit einem Lächeln der Beamten angenommen.

Unterwegs in Patagonien besuchten wir den N.P. Pali Aike. Beim Morgenspaziergang gerieten wir in ein Gewitter mit starken Windböen, so dass wir uns tropfnass in den Röno flüchteten. Trocken angezogen und die Wäsche aufgehängt, fahren wir weiter. Erst am Abend stellen wir fest, dass unser Klapptritt noch am letzten Stellplatz steht. Jo nu, denken wir, mit Verlusten müssen wir rechnen. Das Ein- und Aussteigen beanspruchte die Gesässmuskeln so sehr, dass sich zügiger Muskelkater bemerkbar machte. In der darauf folgenden Zeit suchten wir erfolglos nach Ersatz, so dass Köbi aus den Holzbrettli ein Schemmeli zimmerte. Wie es der Zufall will, sind die „Friedlis“ einige Tage später im selben Park, sehen und erkennen den einsamen Tritt und nehmen ihn mit. Als wir uns dann einige Wochen später wieder trafen, bekamen wir unseren vermissten Einstiegshelfer wieder zurück. Wir danken den „Friedlis“ nochmals herzlich dafür.

Dies sind alles so Momente, an denen der Schreck oder die Sauerei überhand nehmen und dann leider der Fotoapparat nicht gezückt wird. Somit von all dem keine Fotos verfügbar. Wir geben uns Mühe die nächsten Ereignisse festzuhalten.

 

Und das allerneueste Missgeschick ereignete sich vor 2 Tagen hier auf dem Camping in Salta. Wir sitzen am Abend mit anderen Reisenden vor dem Röno, als ich eine Maus sehe, die in das Vorderrad des Röno klettert. Ich Alice, springe auf, und kicke voller Wucht ans Rad. Ja das Rad ist hart und mein grosser Zeh nur durch den Crocs geschützt, wird durchgeschüttelt und ich setze mich rasch wieder hin. Der Schmerz versurrt nicht so schnell wie ich mir das gewünscht hätte und auch nachts hält mich der pochende Zeh lange wach. Die blaue und grüne Farbe, die den Fuss die nächsten Tage schmückt, deutet auf eine rechte Verstauchung hin. Fazit: die Maus ist weg und ich leide einige Tage an einem verstauchten Zeh. Das kann auch nur einer Frau passieren!!

Atacamawüste -20.03.18

Wie stellt man sich eine Wüste vor? Sonne, heller Sand bis zum Horizont und heisse Temperaturen? Die Atacama zeigt sich sehr vielfältig. Vulkane mit über 5000m Höhe, Berge mit Schneegipfeln, die Landschaft teils kahl, ohne ein Gräschen oder ein Baum, viele Gebiete sind steinig, dann folgen Sanddünen die einige hundert Meter hoch sind. Die Temperaturen sind um die 15-25°, ausser in San Pedro de Atacama, da ist es schon mal gut über 30° und nachts fallen diese schon mal bis -2° bei den Geysiren auf 4300m. Im Umkreis der bewohnten Gebiete hat es viele Minen, die riesige Abraumhügel resp. –Berge hinterlassen und die Landschaft mit vielen Starkstromleitungen und Transportrohren verunstalten. Die grösste Kupfermine der Welt können wir sogar besichtigen und erfahren dadurch einiges über die Minenarbeiten. Abgesehen von den imposanten Kippern mit einer Radhöhe von 4m, hat auch der Krater ein enormes Ausmass von Länge 5km – Breite 3km – Tiefe 1,3km! Die Stadt Chuquimata mit 25‘000 Einw. wurde 2006-2008 nach umgesiedelt Calama und wird als „Geisterstadt“ für die Besucher erhalten, als historisches Denkmal.
Das Küstengebiet von Tocopilla bis vor Iquique ist recht trostlos, Steine und Felsen bis zum Meer, kleine armselige Fischerdörfer und Bauruinen säumen die Strasse. Dann kommt die Stadt Iquique in Sicht mit einem riesigen Sandstrand mit Palmen und grünen Rabatten, einer schönen Strandpromenade und die halbe Stadt tummelt sich am und im Meer. Einfach gezimmerte Hütten neben riesigen Wolkenkratzern und im Hintergrund ein 500m hoher, leuchtender Sandberg und die Hauptstrasse, die ein Band nach oben zieht und auf die nächste Hochebene führt. Einen Tag geniessen wir die Stadt, dann geht’s auf der Ruta 5 zurück nach Calama. Eine eher unspektakuläre Strecke. Ganz anders die Ruta 21 wieder nördlich nach Ollagüe, an der Grenze zu Bolivien. Zuerst die unendliche Weite mit Vulkanen am Horizont, dann fahren wir quasi zwischen den Vulkanen durch und schon können wir wieder die Farbenpracht der Bergehänge geniessen. Traumhaft schön ist es dann am Salar Ascotan. Einsam stehen wir am Salzsee, vor uns tummeln sich Flamingos, viele davon noch Junge im grauen Federkleid und Guanacos, die uns kurz begrüssen. Wir erleben am Abend ein Gewitter, wahrscheinlich eine Seltenheit, da es in dieser Region doch nur 50mm Regen gibt pro Jahr.

 

Ja und die Kontrolle beim Mech. hat unser Röno überstanden und wir auch. Die Nacht, die wir im Hostel verbringen mussten, war sehr laut und nicht gerade erholsam. Köbi half dann am nächsten Tag dem Mechaniker den Dieseltank zu entfernen, was der Werkstattchef gar nicht gerne sah und uns kurzerhand von der Garage wegwies. Die paar Handgriffe von Köbi haben dann geholfen, dass wir Röno am 2. Tag am Abend wieder abholen konnten. Problem gelöst? Denkste! Unser treuer Röno entpuppt sich langsam als Diva und zickt noch ab und zu mal wieder mit roten Lämpchen, dann hat er wieder Luft im Dieselsystem und auch mal wieder einen feuchtem Tank. Aber mein Schatz ist halt doch der beste Mech. und flickt ein Leck bei der Dieselentlüftungpumpe. Sobald wir wieder in Argentinien sind müssen wir mal wieder Teile besorgen.
Zuerst geniessen wir jedoch die Tage hier in San Pedro de Atacama.